Im ersten Halbjahr 2009 stieg der Absatz an Produkten der Klassikindustrie um 23 %, wie der BVMI (Bundesverband der Musikindustrie) in Berlin mitteilte. Zuwächse kommen vor allen Dingen aus dem Buchhandel und dem Konzert-Direktverkauf. Die vom BVMI in Auftrag gegebene Studie räumt vor allen Dingen mit Vorurteil auf, Klassik sei nur etwas für die Bildungselite. So kommen 1/3 der Umsätze von Klassikfans mit Hauptschulabschluss und mittlerer Reife (lt. Konsumerpanel der GfK,; Medienkaufdaten von 25.000 Haushalten. (Quelle: Die Welt, 08.08.09)
Schön…., mehr als der Bildungshintergrund interessiert mich allerdings der alltägliche Umgang mit Freunden der klassischen Musik. Mir passiert es immer noch, dass ich aufgrund meines Musikgeschmacks gern mal in die Schublade “schrullige Ansichten” gesteckt werde. So what, ich liege ja voll im Trend, bzw. ich bin ja eher ein Trendsetter. Während die meisten sich gerade erst mit Anna Netrebko, Rolando Villazon und David Garrett annähern, bin ich schon ein bisschen breiter aufgestellt. Cecilia Bartoli, Simone Kermes, Magdalena Kozená, Ian Bostridge…. Das sind Interpreten, die mir ganz besonders gut gefallen und die ich bereits live erlebt habe oder über die ich mind. jede Menge gelesen haben. So lange bin ich noch gar nicht ein richtiger Liebhaber dieser Musikrichtung. Ich brauchte eine Weile bis ich richtigen Zugang gefunden habe und der ist mir so richtig über eine Künstlerin gelungen. So wie viele heute über Netrebko/Villazon Zugang gefunden haben, ist es mir über Cecilia Bartoli gelungen. Ich habe mal eine Arie ( Lascia la spina, cogli la rosa) von G.F. Händel gehört und war wirklich richtig angetan. Ich saß im Auto und habe es im Radio gehört, da ich die Ansage im Radio nicht richtig verstanden hatte (inhaltlich konnte ich nicht Titel und Interpret und Erklärung trennen…), habe ich übers Internet recherchiert und bin fündig geworden. Ich habe mir dann auch meine erste echte Klassik CD gewünscht und bekommen: Opera proibita. Arien von Georg F. Händel, Alessandro Scarlatti, Antonio Caldara. Gesungen von Cecilia Bartoli.
Mein nächstes Erlebnis war ein Weihnachtsoratorium, gehört im Lübecker Dom. Sopran gesungen von Simone Kermes. Und wieder war ich schwer angetan von der Leichtigkeit mit der sie die Töne hervorgebracht hat. So habe ich mich denn Schritt für Schritt, praktisch Interpret für Interpret an die klassische Musik herangetastet und heute ist sie fester Bestandteil meines Geschmacksrepertoires. Ich fange langsam an über das reine “finde ich schön, gefällt mir, schöne Stimme” hinaus auch Unterschiede in den Stimmen, Interpretationen wahrzunehmen und langsam bildet sich bei mir so etwas wie Geschmacksprofil heraus. Nichts desto Trotz bin ich noch meilenweit davon entfernt ein echter Kenner oder Experte zu sein. Das ist jedoch nicht mein primäres Ziel, mein oberstes Ziel ist der Genuß!
Und da bin ich schon in der Küche gelandet. Essen war für mich viele Jahre notwendig um meinen Hunger zu stillen. Selber Kochen eher Übel als Freude. Wieder war ein einprägsames Erlebnis Auslöser für nachhaltiges Interesse und hier sogar Auslöser für ein echtes Hobby.
Das Ereignis war eine Sendung. Das Kochduell, eine Kochshow auf VOX. Ist schon ein paar Jahre her. Zu der Show wurden zwei Zuschauergäste eingeladen, die im Wert von max. 10 € eingekauft hatten. Keine Vorgabe bei den Zutaten, ganz egal was, konnten auch die merkwürdigsten Zusammenstellungen sein. Zwei Köche hatten dann die Aufgabe gemeinsam mit jeweils einem Gast ein kleines Menü innerhalb von 15 min. zuzubereiten. Die Show war witzig, spontan, kreativ, lehrreich und dauerte nicht zu lang und die Moderatorin war angenehm zurückhaltend. Ein tolles Konzept. Es ging nicht um Rezepte, vielmehr um Kreativität und Grundkenntnisse der Zubereitung. Ich habe sehr viel gelernt und fing an selbst auszuprobieren. Mittlerweile auch gern gemeinam mit Freunden, in Kochkursen, für Gäste.
Und was hat jetzt das Kochen mit der Musik zu tun? Ganz einfach, ein thailändisches Grünes Curry wird einfach besser, wenn dabei Händel erklingt und während der Koloraturen die Karotten den perfekten Schnitt bekommen. Maßeinheiten oder Garzeiten spielen dann keine Rolle mehr, Kochen wird zum Gefühl und je länger der Ton, desto schärfer das Curry….
Das Rezept folgt.
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